Eine korrekt installierte Blitzschutzanlage kann Leben retten und Sachschäden in Millionenhöhe verhindern. Doch in der Praxis treten immer wieder Planungs‑ und Ausführungsfehler auf, die die Wirksamkeit solcher Schutzsysteme erheblich einschränken. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die häufigsten Fehler bei Blitzschutzanlagen – und wie Sie sie vermeiden können.
Erfahren Sie auch, wie Sie Blitzschutzanlagen korrekt dokumentieren.
1. Fehlender oder unzureichender Potentialausgleich
Ein häufiger Fehler ist der fehlende oder nur teilweise ausgeführte Potentialausgleich. Ohne diesen kann es im Inneren des Gebäudes zu gefährlichen Spannungsunterschieden kommen – mit Risiken für Mensch und Technik.
Empfehlung: Sorgen Sie für einen durchgehenden Potentialausgleich gemäß DIN VDE 0185-305-4, der alle leitfähigen Gebäudeteile, Rohre und Kabeltrassen einbezieht.
2. Falsche Platzierung von Fang- und Ableitungen
Fangleitungen auf dem Dach sind oft falsch dimensioniert oder zu weit auseinander platziert. Auch Ableitungen verlaufen nicht immer auf kürzestem Weg zur Erdungsanlage.
Fehler wie diese gefährden die Schutzwirkung erheblich. Das VDE empfiehlt maximal 20 m Abstand zwischen zwei Ableitungen.
3. Mangelhafte Erdungsanlagen
Der Erder ist das Fundament jeder Blitzschutzanlage – im wörtlichen Sinn. Fehler bei der Verlegung, unzureichender Querschnitt oder mangelhafter Korrosionsschutz führen schnell zur Unwirksamkeit.
Worauf Sie bei Erdungsanlagen achten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag „Warum eine gute Erdung essenziell ist“.
4. Keine oder unregelmäßige Wartung
Eine Blitzschutzanlage ist kein „Einmalprodukt“. Äußere Einflüsse, Alterung und bauliche Veränderungen können die Schutzwirkung mit der Zeit beeinträchtigen.
- Empfohlene Prüfintervalle: Alle 1–3 Jahre (je nach Schutzklasse)
- Prüfung durch zertifizierte Blitzschutzfachkräfte
- Dokumentation der Prüfung und Mängelbehebung
5. Unzureichende Integration in elektrische Anlagen
Blitzschutz endet nicht am Dach. Häufig wird versäumt, den äußeren Blitzschutz mit dem inneren Überspannungsschutz zu koppeln. Überspannungsschäden an Anlagen, Geräten oder Netzwerken sind die Folge.
Tipp: Integrieren Sie Überspannungsschutzgeräte (SPDs) an allen relevanten Einspeisepunkten und Stromkreisen gemäß DIN VDE 0100-443/534.
Fazit
Die häufigsten Fehler bei Blitzschutzanlagen entstehen durch Nachlässigkeit, fehlende Fachkenntnis oder mangelnde Wartung. Wer sich an geltende Normen hält, regelmäßig prüft und auf professionelle Planung setzt, sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit – sowohl technisch als auch versicherungstechnisch.
Vermeiden Sie teure Fehler – lassen Sie Ihre Blitzschutzanlage regelmäßig kontrollieren und dokumentieren.